onlineshop-seo

Vor einigen Jahren noch wurden Onlineshops durch den direkten Traffic eines Unternehmens getragen. Viele Kunden haben gezielt nach dem Produkt des Herstellers oder dem Shopnamen selbst gesucht. Diese Zeiten sind leider vorbei.

Die meisten Kunden bemühen mittlerweile direkt Amazon um das gewünschte Produkt zu finden. Das Suchvolumen des Versandriesen wird für Produkte als dreimal so hoch geschätzt, wie bei Google selbst.Viele Produzenten gehen daher mittlerweile dazu über, ihre Produkte direkt bei Amazon zu verkaufen und sparen sich einen Onlineshop bzw. dessen Optimierung. Die Shares die Amazon dafür verlangt und die Bindung an den Konzern sind aber auch nicht ganz ohne. Zudem werden nicht ganz alltägliche Produkte viel öfter bei Google gesucht, da die Auswahl bei Amazon dafür nicht immer gegeben ist.

Um aber nun gegen Amazon und die vielen anderen Onlineshops bestehen zu können, bedarf es einer durchdachten und konsequent ausgeführten Suchmaschinenoptimierung.

Welche Herausforderungen gibt es?

Die Art und Weise wie Google mittlerweile Inhalte erkennt und bewertet hat sich drastisch verändert. Vom reinen „Keyword eintragen“ über „mindestens 300 Wörter Text“ sind wir mittlerweile bei sinnvollen Inhalten gelandet. Wenn jemand nach „Taucheruhr kaufen“ sucht, erwartet weder der Suchende noch die Suchmaschine eine mehrere Seiten lange Abhandlung über die Geschichte der Taucheruhr. Mittlerweile müssen dazu in erster Linie Produkte sichtbar sein. Wenn alles richtig gemacht wurde erkennt die Suchmaschine sogar ob die Produkte noch lieferbar sind und welchen Preis diese haben.

Das bedeutet nicht das Text nicht mehr relevant ist. Google liebt gute Texte. Aber sie sollten schon zur Suchintention passen. Ein überschaubarer und gut leserlicher Ratgebertext für Taucheruhren hilft dem potentiellen Käufer bei der Auswahl und der Suchmaschine bei der Einordnung des Suchergebnisses.

Mehrwert für den User deckt sich also (meistens) mit einer guten SEO Optimierung.

Zuviel Inhalt im Onlineshop

Eines, wenn nicht das größte, Problem vieler Shopsysteme ist Duplicate Content. Also doppelte Inhalte. Sehr oft entstehen diese durch Filter, die einen Shop User freundlicher machen sollen.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel:

Unser Taucheruhren Shop bietet 30 verschiedene Uhrenmodelle an. Wir benötigen also zwingend 31 URL´s für unseren Shop. Eine für die Kategorie und 30 für die Uhren.

  • www.diedomain.at/taucheruhren
    • …/taucheruhren/markenuhr1
    • …/taucheruhren/markenuhr2
    • usw.

Damit der User aber schneller zu seinem gewünschten Ergebnis kommt, besteht die Möglichkeit, die Uhren nach dem Uhrwerk zu filtern: „Automatik“ und „Quartz“. Wir erhalten also zwei zusätzliche URL´s. Die Inhalte sind aber teilweise sehr ähnlich zur Hauptkategorie, da ja alle Automatikuhren auch in der Hauptkategorie auffindbar sind. Zusätzlich ist jetzt jede Uhr über eine neue URL aufrufbar. Das sind also in Summe schon 63 URL´s.

  • www.diedomain.at/taucheruhren
    • …/taucheruhren/markenuhr1
    • …/taucheruhren/markenuhr2
    •  …/taucheruhren/automatik
      • …/taucheruhren/automatik/markenuhr1

Man könnte die Uhren auch noch nach der maximalen Tauchtiefe sortieren und so weitere URL´s erzeugen, die sich kaum voneinander unterscheiden.

So hat man in kürzester Zeit über 100 URL´s für 30 Uhren, ein Großteil davon mit fast identischem Inhalt.

 

Mehrere SEO konforme Lösungswege

Für uns SEO´s bieten sich nun verschiedene Lösungswege an. Zu bedenken ist immer, dass sich in den Kategorieseiten auch immer Longtail Keywords verstecken. Ein radikales „noindex“ oder ausschließen über robots.txt  (letzteres bitte nur wenn die Seite noch nicht im Index ist) ist daher nicht für alle Seiten sinnvoll. Beispielsweise könnte das Suchvolumen für „Taucheruhr Automatik“ durchaus interessant sein und die Zielseite deckt sich auch hervorragend mit der Suchintention.

Wichtig ist in obigem Beispiel in jedem Fall die doppelten Produktseiten zu vermeiden. Ist das Erstellen der neuen URL (…/taucheruhren/automatik/markenuhr1) nicht zu verhindern, hilft ein canonical Tag der auf die ursprüngliche Produktseite verweist. Wird diese einfache Maßnahme Seitenweit und konsequent umgesetzt, ist meist ein Hauptteil des Duplicate Content Problems gelöst.

Etwas unübersichtlich wird es, wenn das Shopsystem Parameter URL´s erzeugt, also etwa …/taucheruhren/markenuhr1?color=red. Auch diese lassen sich am besten mit einem canonical Tag in den Griff bekommen.

Produkt Verfügbarkeiten als Stolperstein

Im klassischen Einzelhandel gehört es zum Tagesgeschäft, Produkte sind ausverkauft, werden nachgeliefert, oder das Sortiment ändert sich nach Jahreszeiten oder Produktzyklen.

Online macht dies öfter Änderungen im Shop notwendig. Ist ein Produkt nicht mehr erhältlich, macht es aus Usersicht keinen Sinn mehr, dieses angezeigt zu bekommen. Handelt es sich dabei aber um eine Seite mit hohem Traffic über Suchmaschinen, wäre es natürlich Schade um die gut Rankende URL.

Als Alternative bieten sich drei Möglichkeiten an:

  1. weiterleiten mit 301 zum Nachfolgeprodukt (Modell 2016 zu 2017 usw.)
  2. weiterleiten mit 301 zur Kategorieseite
  3. Erstellen einer Seite mit Alternativen (leider ist xy ausverkauft, vielleicht interessiert sie…

Bedenken sollte man in jedem Fall, dass eine Weiterleitung auf eine nicht relevante Seite (Keywords, Tags, etc.) das Ranking sehr schnell negativ beeinflussen wird. Erstellt man eine Seite (mit der selben URL des alten Produktes) muss auch dort der Content weitgehend das alte Content Thema beinhalten.

Um es klarer zu machen, eine Weiterleitung oder Content Änderung von einer Taucheruhr zu Damenschuhen, wird so oder so schnell die alten Rankings verlieren.

Rich Snippets für mehr Besucher

rich-snippets-beispiele

SEO bedeutet nicht nur das Ranking zu verbessern, sondern auch die Click Through Rate (CTR) also die Anzahl der User die das Suchergebnis sehen und auch darauf Klicken. Um in den SEPR´s mehr auf sich aufmerksam zu machen, kommen neben verbesserten Title´s und Description´s Rich Snippets in Frage.

Rich Snippets sind erweiterte Suchergebnisse mit strukturierten Daten. Also eigens für Suchmaschinen gekennzeichneten Daten wie Preis, Verfügbarkeit und Kundenbewertung. Vor allem für letzteres gibt es strenge Auflagen von Google, damit diese auch angezeigt werden. Garantie gibt es dafür übrigens keine, Google entscheidet selbst ob und welche Daten in den Ergebnissen angezeigt werden.

Der einfachste Weg diese Daten auszuzeichnen ist das Markierungstool in der Google Search Console. Damit können Daten mit einfachem Markieren mit der Maus gekennzeichnet werden. Die Erfolgsquote ist dabei gar nicht schlecht. Der bessere Weg ist aber das Auszeichnen seiner Daten nach schema.org.

Relevante Inhalte

Online Shops bestehen zumeist aus den Produkten, die das jeweilige Unternehmen anbietet. Dazu kommen vielleicht noch technische Daten zu den Produkten und ein kleiner Text. Meist hört es schon bei den Kategorieseiten auf mit relevanten Inhalten. Gerade dort liegt viel Potential verborgen.

Viele Unternehmen die noch am Anfang ihrer digitalen Karriere stehen, gehen die Sache zu sehr Produktlastig an. Immer wieder gibt es Onlineshops deren Title und H-Überschriften rein aus betriebsinternen Formulierungen bestehen. Natürlich möchte man auch zum eigenen Produkt gefunden werden, der Mitbewerb dafür ist aber in den allermeisten vielen so verschwindend gering, dass es genügt eine H2 Überschrift mit der genauen Produktbezeichnung zu verwenden und den Title und die H1 mit allgemeineren Bezeichnungen zu befüllen.

Ein Beispiel:

Eine Taucheruhr unseres Shops ist mit Saphirglas ausgestattet. Die Modellbezeichnung lautet bspw.: Müllersuhr XPZ 3000. Eine mögliche Variante der Auszeichnung wäre also:

<title+h1>Saphirglas Taucheruhr XPZ 3000</title+h1>

Müllersuhr XPZ 3000

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, aber das Konzept sollte so klar sein. Alles besser als in keinem Wort zu erwähnen, um welche Art von Uhr es sich handelt. Es gilt nach der Keyword Recherche abzuwägen, welche Bezeichnungen verwendet werden, damit es nicht wieder zu Duplicate Content kommt. Die obige Bezeichnung macht nur Sinn, wenn es die einzige Taucheruhr mit Saphirglas ist.

Auch im Textbereich sollte auf solche Produktbesonderheiten eingegangen werden!

Was Inhalte betrifft sind Kategorieseiten ein wahrer Quell an Contentmöglichkeiten. Hier kann sich ein begabter Texter richtig austoben und den potenziellen Kunden hilfreiche Informationen anbieten. Zusätzliche interne Verlinkung lässt sich elegant in den Text einbauen.

Ist eine Befüllung der Kategorieseiten aus CMS Gründen nicht oder schwer möglich, besteht auch die Möglichkeit diese komplett auf noindex zu setzen und stattdessen eine Ratgeberseite seperat zu erstellen. Wichtig ist hier wiederum die Produkte gut zu verlinken und die Usability nicht aus den Augen zu verlieren.

Fazit:

Die größten Probleme eines Onlineshops sind also vielfältig und technisch nicht immer ganz einfach zu beseitigen. Ob eine Optimierung daher Sinn macht lässt sich am besten gemeinsam herausfinden. Durch die Kombination aus potenziellem Suchvolumen, Mitbewerbsanalyse und benötigtem Budget kann schnell herausgefunden, ob und wann der ROI eintritt.

Weitere Informationen:

https://de.onpage.org/blog/seo-fur-onlineshops

https://support.google.com/webmasters/answer/35769?hl=de&ref_topic=6002025